Japan schnürt neues Konjunkturpaket

Programm soll 200.000 Jobs bringen.
Tokio. Japans Regierung will mit einem neuen Konjunkturpaket auch gegen den Preisverfall und den Höhenflug des Yen ankämpfen. Das am Freitag vorgestellte Programm im Volumen von 915 Milliarden Yen (knapp 8,6 Milliarden Euro) soll 200.000 neue Arbeitsplätze schaffen und die Unternehmen sowie Verbraucher zu höheren Ausgaben animieren. Der größte Teil des Geldes fließt in die Verlängerung von Förderaktionen beim Kauf umweltfreundlicher Verbraucherelektronik und in Exportförderungen für kleinere Unternehmen.
Kritikern, die das Paket – es entspricht 0,2 Prozent des BIP – als unzureichend ansehen, begegnete ein Regierungssprecher mit dem Hinweis: "Äußerst wichtig ist die Richtung – mehr als die Größe des Pakets".
Die Regierung von Ministerpräsident Naoto Kan – der am 14. September um die Wiederwahl als Vorsitzender der DPJ kämpft –, sah sich angesichts neuer Konjunkturdaten zum Handeln gedrängt: Japans Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur um 0,4 Prozent, auf Jahresrate hochgerechnet war das ein Plus von nur 1,5 Prozent, nach noch plus 5 Prozent im Vorquartal.
IBLJ-Bank ist pleite
Erstmals seit sieben Jahren ist wieder eine Bank in Japan pleitegegangen. Die kleine Incubator Bank (IBJ), spezialisiert auf die Betreuung kleiner und mittlerer Unternehmen, reichte Insolvenzantrag ein. Kunden der Bank bekommen höchstens umgerechnet 94.000 Euro ihrer Einlagen zurück.
Printausgabe vom Samstag, 11. September 2010
Online seit: Freitag, 10. September 2010 20:37:16
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