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Stellungnahmen nach der WahlPrint this

Parteien

SPÖ

Viele jener Österreicher, die heute Heinz Fischer nicht ihre Stimme gegeben haben, würden in den nächsten Jahren draufkommen, dass Fischer ein guter Bundespräsident für Österreich sei, betonte SP-Parteichef Alfred Gusenbauer Sonntag Abend. Mit Fischer habe der bessere Kandidat gewonnen, er sei für dieses Amt geboren.

"Hoch beglückt" gab sich der Wiener Bürgermeister und stellvertretende SPÖ-Chef Michael Häupl am Sonntag abend. Nicht äußern wollte sich Häupl zur Zukunft Ferrero-Waldners. Klar sei nur, dass mit ihr auch die Bundesregierung eine Niederlage erlitten habe. "Schwarz-blau hat in diesem Land keine Mehrheit mehr."

Der Landesvorsitzende der SPÖ Oberösterreich, Landeshauptmannstellvertreter Erich Haider, sprach von einem Erfolg für Fischer und eine Absage an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bzw. an den oberösterreichischen Landeshauptmann Josef Pühringer und deren Politik "des Zusperrens und Ausverkaufes." Die "Erfolgsbilanz" der SPÖ in Oberösterreich gehe mit diesem Ergebnis weiter.

Hoch erfreut über die "gute Wahl Heinz Fischer" auch für Österreichs Frauen ist Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal. Fischer stehe für jene "emanzipatorische Frauenpolitik", die sie seinerzeit eingeleitet hat. "Eine Politik, die die Frauen nicht an den Herd zurückschickt", so Dohnal.

ÖVP

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zeigte sich "stolz auf unsere Kandidatin" Benita Ferrero-Waldner. Sie habe an Ansehen und Reputation über alle Parteien hinweg gewonnen. Er habe ihr bereits angeboten, das Außenministerium weiterhin zu führen. Die Kandidatin habe in zwei Monaten Wahlkampf "eine hinreißende Vorstellung gegeben" und massiv aufholen können. "Wir haben mit 15 Prozent Rückstand begonnen und am Ende ist es sehr knapp geworden". Der Bundeskanzler gratulierte dem künftigen Bundespräsidenten Heinz Fischer zum Wahlsieg. "Ich glaube, dass er ein Kandidat ist, der hineinwachsen wird in diese Rolle". Er werde sich um ein gutes Verhältnis zu Fischer bemühen, so Schüssel.

Nationalratspräsident Andreas Khol zeigte sich am Sonntagabend vom Ausgang der Bundespräsidentenwahlen "enttäuscht". Er selbst sei für Benita Ferrero-Waldner gewesen, es sei aber eine Wahl zwischen zwei Personen mit Format gewesen: "Heinz Fischer hat knapp gewonnen. Ich gratuliere ihm".

"Schockiert" zeigte sich Khol über die geringe Wahlbeteiligung und über die Zahl an ungültigen Stimmen. Dies sei auch als Kritik am Amt des Bundespräsidenten zu verstehen: "Der nächste Bundespr&aiml;sident - und Heinz Fischer trau ich das zu, Benita Ferrero-Waldner hätte ich es auch zugetraut - muss das Amt zum Leuchten bringen."

ÖVP-Landesparteiobmann Landeshauptmann Josef Pühringer stellte fest, Fischer habe vor drei Monaten noch als haushoher Favorit gegolten, Experten hätten von einem Abstand von 15 Prozent gesprochen. Ferrero-Waldner habe niemand das heute erreichte Ergebnis zugetraut. Der Abstand sei nun letztlich knapp geworden. Als Demokrat stelle er fest: "Gratulation dem Ersten". So leid es ihm auch tue, dass es nicht gelungen sei, die letzten 1,5 Prozent Abstand zu überwinden, gebe es dennoch bei der ÖVP keine Katastrophenstimmung.

Die Bundespräsidentschaftswahlen seien "kein Denkzettel" für die Regierungspolitik gewesen, betonte ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka im ORF-Fernsehen. Und es werde angesichts des Sieges von Heinz Fischer gegen Benita Ferrero-Waldner auch "ganz sicher nicht" eine ÖVP-Obmanndiskussion geben.

FPÖ

Die geschäftsführende FPÖ-Obfrau Ursula Haubner bedauert die Niederlage von Benita Ferrero-Waldner: "Ich hätte ihr zugetraut, Österreich mit einer neuen Qualität zu repräsentieren", so die Sozial-Staatssekretärin Sonntag Nachmittag gegenüber der APA. Es sei schade, dass die Chance für eine Frau an der Spitze des Staats für einige Zeit vergeben sei.

Grüne

Bundessprecher Alexander Van der Bellen hat Heinz Fischer zum Wahlsieg gratuliert und sich zuversichtlich gezeigt, dass der SPÖ-Kandidat das Amt "gut ausfüllen" werde. Die unterlegene ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner habe einen "sehr engagierten Wahlkampf" geführt, er gehe davon aus, dass sie nicht unzufrieden sein könne mit dem Ergebnis, sagte Van der Bellen.

Die stellvertretende Bundessprecherin der Grünen Eva Glawischnig hat am Wahlsonntag dem SPÖ-Kandidaten Heinz Fischer zum Sieg bei der Bundespräsidenten-Wahl gratuliert. Gleichzeitig zollte sie der unterlegenen ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner "Respekt" für deren Ergebnis. Ferrero-Waldner habe sich "wacker geschlagen". Die Grünen Wähler seien "das Zünglein an der Waage" gewesen.

Weitere

Sehr erfreut und "überhaupt nicht frustriert" - wie ihr Ferrero-Wahlkampfleiter Bergmann unterstellt hatte - zeigte sich am Wahlsonntag die ehemalige Chefin des Liberalen Forums, Heide Schmidt, über den sich abzeichnenden Wahlsieg Heinz Fischers. Schmidt hatte Heinz Fischer ebenso wie die beiden anderen Ex-Kandidatinnen für die Bundespräsidentschaft Gertraud Knoll und Freda Meissner-Blau unterstützt. Ehrlichkeit und Fairness sind Schmidt im Zusammenhang mit diesem Amt sehr wichtig. Den Wahlerfolg führte Schmidt darauf zurück, dass Heinz Fischer authentisch für diese Begriffe stehe.

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